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10.
Argencup 1999
(aus StSG-Info) |
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Argen-Cup und Baggerlochregatta 1999: einmal segeln – zweimal gewinnen! Die traditionelle Baggerlochregatta wird jedes Jahr im Wechsel von einem im Meichle-und Mohr-Hafen ansässigen Verein organisiert. In diesem Jahr – große Ehre! – war erstmals die StSG an der Reihe. Leider hatte das Jahrhunderthochwasser zu Beginn der Segelsaison den ursprünglich geplanten Termin im Juni platzen lassen, und so musste sie - wie so viele andere Regatten - auf den Herbst verschoben werden. Auch unsere für das erste Septemberwochenende angesetzte Vereinsregatta “Argen-Cup” musste weichen, denn die “Rund-um” sollte an diesem Wochenende stattfinden. So wurden kurzerhand beide Regatten am 11. /12. September zusammengelegt und die erste Wettfahrt der insgesamt drei geplanten Läufe des Argen-Cups für die Baggerlochregatta gewertet. Erwünschter Nebeneffekt: Viele der Segler, die sonst nur die “Baggerloch” segeln, meldeten auch für den Argen-Cup, so dass in diesem Jahr eine Rekordbeteiligung erzielt wurde: 25 Jollen, davon sieben 470 und fünf 14-Footer in eigenen Klassen, und 20 Dickschiffe in drei Yardstickklassen, dazu die sechs Diamant 2000. Erstmals wurde vom Verein eine ganztägige Kinderbetreuung angeboten, so dass auch die üblicherweise gestressten Eltern an der Regatta teilnehmen konnten. Samstag, 10 Uhr: großer Andrang bei der Steuerleutsbesprechung im Festzelt auf dem Kiesgelände: es gibt Baggerlochtassen und für die Argen-Cup’ler marineblaue T-Shirts mit weißgesticktem “10. Argen-Cup” – todschick! Schon am Vorabend hatte sich die vereinseigene 470er- und 14footer-Fraktion mit Kind und Kegel zwischen Festzelt und Strand häuslich eingerichtet: Campingbusse, Zelte, Sitzgarnituren, zwischen den Trailern spielende Kinder - wie einst im Mai am Comer See. Die anderen Regattateilnehmer ließen sich lieber im Seeblick oder in der Martinsmühle von den tückischen Moskitos heimsuchen. 11 Uhr: Langsam trudeln auch die letzten Jollen am Startschiff Fey ein. Kurz darauf knallt’s, und zehn Minuten später düsen mehr oder weniger alle Dickschiffe ab in Richtung Schweiz, die Jollen hinterher. Bei mageren 1,5 bft wird der Up-and-down-Kurs zweimal rauf und wieder runtergesegelt, bevor gegen 14 Uhr die drei Schüsse vom Ende der Baggerlochregatta künden. - Das Gedränge an der Startlinie hat sich gelichtet, denn viele haben damit ihr Tagwerk getan und sitzen schon beim ersten Weizen, als gegen 15 Uhr der Startschuss zum 2. Lauf des Argen-Cup fällt. Hat sich da nicht noch zwei Minuten vor dem Yachtenstart eine Jolle in die Nähe der Startlinie getraut? Die Tunichtgute wurden gnadenlos zur Sau gemacht, werden’s wohl nie wieder wagen. Die Sonne brennt genauso gnadenlos vom Himmel, und so mancher Oberschenkel färbt sich rötlich. Wohl den 14-Foot‘lern, die nie ohne Ganzkörperkondom unterwegs sind: besser im eigenen Saft geschmort, als drei Tage den Sonnenbrand einschmieren, oder etwa doch nicht ?! Nach einer Startwiederholung wegen Massenfrühstarts bei den Yachten und Bahnverkürzung sind alle gegen halb sechs wieder im Hafen, wo dann im Zelt...aber das ist eine andere Geschichte. Sonntag, 10 Uhr: Startbereitschaft zum 3. Lauf. Wir sind bereit und bereit und bereit.... auch noch um eins. Kein Hauch, kein Lüftchen. Die Sonne sticht. Das Regattafeld vergnügt sich damit, von Schiff zu Schiff zu schwimmen, ab und zu mal eines zu kentern und fremde Boote auszuprobieren. Das (Trink-)Wasser geht zur Neige. Auf den Jollen wird geknobelt, wer im Segelschatten sitzen darf. Ein Aufstöhnen klingt übers Wasser, als kurz nach 13 Uhr die Tröte zum Minus-Elf-Minuten-Signal ertönt. Muss das noch sein? Doch keine zwei Minuten später kräuselt sich das Wasser, und eine leichte Brise aus Südwest kommt auf. Wie konnte die Regattaleitung das wissen? Wer wurde bestochen? Wir werden es nie erfahren, denn im Nullkommanix (so kam es einem nach der stundenlangen Untätigkeit jedenfalls vor) sind wir den Kurs rauf- und runtergesegelt, durchs Ziel geeiert und haben die Boote abgebaut. Jetzt noch schnell eine Abkühlung im 19 Grad warmen Bodenseewasser und dann ein kühles Radler im Festzelt. Das wirkte plötzlich so fremd – keine 20 Stunden zuvor war es ein Hexenkessel gewesen. Bis um ein Uhr morgens hatte die Ludwigsburger Band “Strange” dem Segelpublikum eingeheizt – oder andersrum? Als zu vorgerückter Stunde kaum noch einer an den Tischen saß und alles tanzte und sang, da musste sich die Band dem Diktat der Sänger beugen, die immer noch “Hang on Sloopy” verlangten, als der Leadsänger schon beim übernächsten Stück war. Irgendwann gingen der Band die Zugaben aus. Gerüchten zufolge sollen danach noch einige der Feiernden – mehr oder weniger freiwillig - zum Schwimmen gegangen sein. Posaunen wurden an diesem Abend ausnahmsweise nur viel früher gehört, als nämlich vor der Siegerehrung zu Gulasch, Schweinshaxe und Salat die Hafenband aufspielte. Als Preise gab es neben den Wanderpokalen gläserne, handbemalte Windlichter, praktischerweise gleich mit den Kerzen. Wegen der Hitze wurden die meisten Tische vor und neben das Zelt gestellt, und so konnte man in der Nacht an der Helligkeit gleich erkennen, wo die guten Segler saßen. Nicht nur die leer Ausgegangenen drängelten sich vor der Fotowand, um sich auf einem der vielen Regattabilder wiederzuerkennen. Auch am nächsten Tag, für den Argen-Cup, gab es Preise aus Glas, und zur Freude der Jollensegler sogar bis hinunter zum 10. Platz (von 13). Die hübschen Karaffen eignen sich gut für Likör oder Cognac und verstauben nicht so leicht wie ein herkömmlicher, unpraktischer Pokal, von dessen Sorte sich ja in jedem Haushalt schon Dutzende türmen... Für einige gab es geradezu einen Pokalregen: Andreas Heilmann und Elke Glitzenhirn hatten das schnellste Boot nach gesegelter Zeit und wurden außerdem Vereinsmeister bei den Jollen. Bei den Yachten wurde Klaus Merwarth Vereinsmeister, der gerade noch rechtzeitig in die StSG eingetreten war. Julia Bulling und Sophia Bavastro waren die schnellste Damen- und Jugendcrew, die jüngste Crew bildeten Lukas und Simon Mauch, Wolfgang Dörr war der erfolgreichste Teilnehmer über die ganzen zehn Jahre gesehen, und Dr. Karl Czernofsky erhielt den einzigartigen “Argen-Cup” für das Schiff mit der niedrigsten Yardstickzahl, das die meisten Schiffe mit höherer Zahl hinter sich gelassen hat. Zum Schluss dankte die Wettfahrtleitung der Firma Meichle und Mohr, der Firma Wassersport Schattmaier, dem Festwirt Berthold Schlichte, dem Hafenmeister Grasselt und den Sponsoren, die alle zusammen diese Veranstaltung ermöglicht haben. Und im Namen aller Teilnehmer sage ich allen Helfern, die ja sicher selbst gerne mitgesegelt wären, und der Wettfahrtleitung für diese schöne Veranstaltung herzlichen Dank und freue mich aufs nächste Jahr! |
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